
Lena R. Eigenmann
Psychologin M.Sc.
Jahrgang 1988
In eigener Praxis seit 2022
Wohnhaft Kanton Bern, Thun
Verheiratet
Master of Science (M.Sc.)
in Angewandter Psychologie
Vertiefung: Klinische Psychologie
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Zürich, 2021
Bachelor of Science (B.Sc.)
in Angewandter Psychologie
Vertiefung: Arbeits- und Organisationspsychologie
Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten, 2015
Psychoanalyse
Die Psychoanalyse beschäftigt sich mit dem Unbewussten – mit dem, was unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst, ohne dass wir es vollständig durchschauen. Sie interessiert sich für die verborgene Logik von Symptomen, Wiederholungen und Konflikten und eröffnet einen Raum, diesen Zusammenhängen nachzugehen.
Im Unterschied zu strukturierten Gesprächsformen gibt die Psychoanalyse weder Themen noch Lösungen vor. Im Mittelpunkt steht das freie Sprechen: Gedanken, Erinnerungen, Träume, Leere, wiederkehrende Konflikte oder scheinbar Nebensächliches dürfen ihren Platz haben. Gerade dort, wo das Gespräch nicht vollständig kontrolliert wird, können Zusammenhänge sichtbar werden, die dem bewussten Denken bislang verborgen geblieben sind.
Gerade Menschen, die ihr eigenes Erleben bereits intensiv reflektieren, analysieren und rationalisieren, erleben die Psychoanalyse oft als eine neue Herausforderung. Denn sie interessiert sich nicht nur für das, was über sich gedacht werden kann, sondern auch für das, was sich diesem Denken entzieht.
Zwischen Freud und Lacan

Der österreichische Neurologe Sigmund Freud (1856–1939) begründete die Psychoanalyse. Ausgangspunkt seiner Theorie ist die Annahme, dass der Mensch sich selbst nicht vollständig kennt: Unbewusste Wünsche, Konflikte und frühe Beziehungserfahrungen prägen Denken, Fühlen und Handeln weit stärker, als uns bewusst ist. Symptome versteht Freud deshalb nicht als zufällige Störungen, sondern als Ausdruck unbewusster Konflikte, die in der Analyse verstanden werden können.
Der französische Psychoanalytiker Jacques Lacan (1901–1981) griff Freuds Theorie auf verstand seine Arbeit als Rückkehr zu Freud und gab der Psychoanalyse eine neue theoretische Ausrichtung. Er rückte Sprache, Begehren und die Beziehung zum Anderen ins Zentrum der Psychoanalyse. Der Mensch erscheint bei Lacan nicht als in sich geschlossenes Individuum, sondern als ein durch Sprache geprägtes Subjekt, das sich selbst nie vollständig durchsichtig wird. Bei Lacan bleibt das Symptom bedeutungsvoll. Es ist nicht nur Ausdruck eines unbewussten Konflikts, sondern zugleich die Weise, wie ein Subjekt mit seinem Begehren, seinem Mangel und seinem Leiden lebt.