



Lena R. Eigenmann,
Psychologin M.Sc.
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In eigener Praxis seit 2022
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Masterstudiengang in Angewandter Psychologie, Klinische Psychologie, ZHAW, Zürich, 2021
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Bachelorstudiengang in Angewandter Psychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie, FHNW, Olten, 2015
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Jahrgang 1988
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Wohnhaft Kanton Bern, Thun
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Verheiratet
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Inspiriert durch: Hermann Rorschach, Rorschachtest
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Bücher-, Hunde-, Katzen- und True-crime-Fan
Was mir wichtig ist
Theorie, bleib nicht abstrakt.
Psychoanalyse ist für mich nicht nur spannende Theorie oder intellektuelles Gedankenspiel.
So gerne ich mich mit Konzepten und philosophischen Fragestellungen beschäftige – als Psychologin habe ich einen anderen Anspruch an Praxis und Alltagsfähigkeit:
Theorien und Wissen müssen nicht nur auf dem Papier stimmig sein, sondern sich im Leben der Menschen bewähren.
Der Blick
Für mich ist die psychoanalytische Sichtweise der stimmigste Zugang zur Psyche, weil sie einen gnadenlos ehrlichen Blick auf den Menschen erlaubt.
Sie schaut dorthin, wo andere Methoden und Theorien gern höflich wegsehen – oder Unbehagen, Symptome, Verhalten und Erleben vorschnell glätten, erklären, begründen oder „auflösen“.
Die Logik des Symptoms – jenseits des Defizitdenkens
Während andere Ansätze damit werben, die Lösung zu liefern – wissenschaftlich geprüft, empirisch bewährt, wirksam –, geht die Analyse einen anderen Weg:
Sie behauptet nicht, alles erklären, ordnen oder auflösen zu können.
Sie verspricht kein Endergebnis, bei dem am Schluss „alles stimmt“.
Das ist keine Schwäche, sondern einer der zentralen Gedanken der Psychoanalyse.
Sie geht davon aus, dass genau dieser Wunsch – dass etwas endlich passt, greift, wirkt, gesund, heil macht – selbst Teil des Problems sein kann.
Freud & Lacan
In meiner Arbeit orientiere ich mich theoretisch und methodisch an Sigmund Freud, vor allem aber an Jacques Lacan.
Das prägt nicht nur meine Arbeitsweise, sondern auch meine Haltung und meinen Blick auf den Menschen.
Nicht dogmatisch, aber grundlegend.
Schreiben über das Denken
In meinem Blog schreibe ich gerne über psychoanalytische Fragen und Ideen, die aus meiner praktischen Arbeit entstehen.
Wenn Sie mögen, lesen Sie gerne mit – und schreiben mir per Mail, was Sie dazu denken oder welche Themen Sie interessieren.
Fälle aus meiner Praxis

Freuds berühmte Couch, London. KI-generiert nach dem historischen Original.
Die folgenden Beispiele geben Ihnen einen kleinen Einblick in Themen, wie sie mir in der Praxis begegnet sind.
Zur Wahrung der vollständigen Anonymität wurden alle persönlichen Angaben, Kontexte und Hintergründe verändert oder verfremdet.
Der Überfall
Ein Mann kommt in die Analyse, nachdem er auf dem Heimweg überfallen wurde.
Er wurde bedroht und ausgeraubt – die Täter verschwanden unerkannt.
Seitdem schläft er schlecht, meidet bestimmte Orte, fühlt sich in der Öffentlichkeit unsicher.
Er will darüber sprechen – und stockt dabei immer wieder.
Sätze bleiben unvollständig:
„Hätte ich anders...?“
„Das passiert doch keinem Mann...?“
„Seitdem fühle ich mich irgendwie...“
Er wirkt angespannt, spricht stockend, sucht keinen Blickkontakt.
Was ihn beschäftigt, ist weniger der Ablauf des Überfalls, sondern die Frage, was das über ihn sagt – warum gerade er?
Ist die Welt unberechenbar? Die Menschen darin böse?
„Ich konnte nichts tun. Hätte ich etwas tun können?“
Perfektion!
Ein Mann kommt in die Analyse, weil er nicht mehr aufhören kann zu denken.
Er sorge sich ständig – um seine Leistung, seine Zukunft, seine Entscheidungen.
Ob seine Noten gut genug seien, ob er die Karriere, die er anstrebt, wirklich verdient.
Ob er zu viel isst, zu wenig Sport treibt, ob man ihm das Alter schon ansehe, ob er da oder dort zu schroff reagiert habe, ob er dies und das hätte sagen sollen.
Er beschreibt, dass er sich jeden Morgen vornimmt, gelassener zu sein – und doch beginnt der Tag mit Vergleichen, Kontrollen, inneren Listen.
Selbst in der Beziehung zweifelt er: Ist sie die Richtige? Soll ich sie heiraten – oder wäre das ein Fehler, den ich später bereue?
Er analysiert, wägt ab, notiert Argumente für und gegen.
Er weiss, dass er sich im Kreis dreht, doch die Gedanken lassen sich nicht abstellen.Was ihn quält, ist weniger eine einzelne Entscheidung – sondern die Angst, nicht richtig abzuwägen.
Hat er an alles gedacht? Alle Möglichkeiten bedacht, alle Eventualitäten einkalkuliert?
Panik
Eine junge Frau steht kurz vor einer wichtigen Prüfung.
Je näher der Termin rückt, desto schwerer fällt es ihr, zur Weiterbildung zu fahren.
Beim Gedanken, das Haus zu verlassen, schnürt es ihr die Kehle zu.
Sie berichtet von Herzrasen, Schwindel, Zittern.
Oft steht sie am Bahnhof – und kehrt wieder um.
Manchmal fährt sie eine Station weit und steigt dann panisch aus.
Sie spricht von der Angst, sich zu blamieren.
Von dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
Von der Vorstellung, dass alle sie beobachten.
Grenzen setzen, sich verlieren
Eine Frau erzählt, dass sie sich schwer abgrenzen kann – gegenüber Familie, Vorgesetzten, Freunden.
„Ich will niemanden enttäuschen. Ich will ja auch, dass man mich gern hat.“
„Wenn es wenigstens geschätzt würde, wäre es ja noch okay. Aber die Leute nehmen es einfach als selbstverständlich.“
Die Person fragt sich, warum sie immer wieder in diese Rollen gerät – und warum das "nein" so schwer fällt?
Nähe, Lust, Kontrolle
Eine Person erzählt, dass sie in Beziehungen früh das Interesse verliert.
Am Anfang fühle sie sich sehr hingezogen – aber sobald es emotional werde, ziehe sie sich zurück.
Seelische Nähe werde unangenehm, obwohl sie sich selbst als leidenschaftlich beschreibt.
„Ich wünsche mir ja eine Verbindung – aber eine Beziehung ist für mich unerträglich nah oder langweilig.“