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Strukturierte Wandoberfläche

​Hier lesen Sie keine Definitionen aus dem Lehrbuch,
sondern meine persönliche Sicht auf die Psychoanalyse
und wie ich sie in der Praxis – in den Sitzungen – anwende.

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was ist psy

Was ist Psychoanalyse?

Simpel gesagt: Eine Methode, mehr über unser Unbewusstes zu erfahren,
und eine komplizierte Theorie darüber, wie Sprache, Beziehungen, Triebe und Gesellschaft unser Inneres prägen und beeinflussen – oft mehr, als uns lieb ist.

 

Der Ursprung der Psychoanalyse

Die Psychoanalyse wurde um 1900 von Sigmund Freud entwickelt.
Damals war es üblich, Menschen mit psychischen Problemen ruhigzustellen, wegzusperren oder medizinisch an ihnen herumzuprobieren – ohne das Gespräch überhaupt in Betracht zu ziehen.

Was Freud anders machte

Freud war einer der wenigen, der den "Kranken" zuhörte.
Er glaubte, dass die Symptome der Menschen – also zum Beispiel Ängste, Zwänge oder körperliche Beschwerden – eine Bedeutung haben. Und dass sie mit inneren Konflikten und Erfahrungen zu tun haben, die oft nicht bewusst sind.

Statt Patienten und Patientinnen wegzusperren oder zu disziplinieren, wollte er verstehen, was hinter dem Leiden der Menschen steckt.

Die Redekur

Was heute in Kliniken, bei Psychologen oder Coaches selbstverständlich ist – dass Menschen über sich sprechen und das, was sie sagen Bedeutung hat –, war damals ein Bruch mit der medizinischen Tradition.
Freud forderte seine Patienten nicht nur zum Erzählen auf, sondern dazu, alles auszusprechen, was ihnen in den Sinn kam – ohne Zensur, ohne Auswahl, ohne Zielvorgabe. Er nannte es: die Redekur.

 

Verschiedene Richtungen – ein gemeinsamer Kern

Seit Freud haben sich verschiedene Formen der Psychoanalyse entwickelt.
Manche knüpfen eng an seine Ideen an, andere setzen ganz andere Schwerpunkte – etwa auf Sprache, Beziehungen, Machtverhältnisse oder gesellschaftliche Normen.
​ Es gibt also nicht mehr - wie zu Beginn bei Freud - „DIE" Psychoanalyse, sondern verschiedene Denk- und Arbeitsweisen innerhalb der Psychoanalyse.
Was sie verbindet, ist die Annahme, dass das Unbewusste eine entscheidende Rolle im Leben eines Menschen spielt – und dass Symptome einen Sinn haben.​​​​​​​

muss man viel

Mythos: Endlos sprechen

In der Analyse geht es nicht darum, viel oder besonders gut zu sprechen.
Gerade das, was stockt, fehlt oder sich nicht sagen lässt, ist oft der wichtigere Teil.

 

Es gibt keine vorgegebenen Themen, keine Fragebögen und keinen fixen Ablauf. Sie sprechen frei über alles, was Ihnen durch den Kopf geht – unabhängig davon, ob es Ihnen wichtig, nebensächlich, passend oder unpassend erscheint. Wenn Sie ins Stocken geraten, keine Worte finden, unterstütze ich Sie mit Rückfragen. Ich lasse Sie nicht allein in der Stille – aber ich dränge keine Themen auf.

😱 Was, wenn ich nicht weiss, was ich sagen soll?

Dann ist das kein Fehler. Im Gegenteil: In der Psychoanalyse interessiert uns gerade diese Hemmung.
Statt darauf zu drängen, "freier" zu sprechen, frage ich: Was macht es so schwer? Wovor schützt das Zurückhalten? Welches Bild von sich möchte man bewahren?
Das, was sich nicht einfach sagen lässt, kann genauso aufschlussreich sein wie das, was gesagt wird. Auch das Stocken, Zögern oder Verstummen wird ernst genommen – nicht als Versagen, sondern als ein möglicher Zugang zu verborgenen inneren Prozessen und unbewussten Bedeutungen.

„Hmmm...ich weiss nicht, was ich sagen soll…“ 

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Hier könnte ich in der Analyse zum Beispiel rückfragen:

„Vielleicht wissen Sie es nicht – oder vielleicht darf es nicht gesagt werden?

„Was würde passieren, wenn Sie einfach irgendetwas sagen?“ 

„Und wenn Sie einfach mit dem ersten Wort anfangen – wohin führt es Sie?“

"Was sollten Sie hier auf keinen Fall sagen?"

😱 Quetschen Sie mich über peinliche Erlebnisse oder mein Sexualleben aus?

Nein. Sie bestimmen, worüber Sie sprechen möchten. Ich frage Sie nicht aus. Ich erkundige mich auch nicht nach Ihren „Fortschritten“, etwa ob Sie dem Chef oder der Freundin widersprochen haben, wie Sie es vielleicht geplant hatten. Wenn Sie die vergangene Woche, oder die vergangenen Sitzung zum Thema machen wollen, dann gerne. Wenn Sie etwas anderes ansprechen wollen, auch gut. 

😱 Was, wenn ich keine dramatische Kindheit hatte?

Wunderbar. Psychoanalyse bedeutet nicht: „Mein Vater war schrecklich und deshalb bin ich jetzt so.“ Wir folgen Ihrem freien Sprechen – nicht fertigen Theorien darüber, wer wann wie geworden ist.

 

😱 Stochern wir nur in meiner Vergangenheit herum?

Nein. Sie bestimmen die Themen. Wir landen dort, wo Sie uns hinführen.

 

😱 Sitzen Sie einfach da und schweigen?

Nein. Ich frage viel, wiederhole, was Sie sagen, überrasche mit Aussagen, lache, denke laut. Es ist ein Gespräch – kein Verhör und kein stummes Gegenübersitzen.

 

😱 Kommen Sie mir mit dem Ödipuskomplex und dem Penisneid?

So gern ich selbst darüber philosophiere – aber nein. Psychoanalytische Konzepte sind für mich zwar relevant, sie beeinflussen nämlich, wie ich zuhöre und worauf ich achte. In der Sitzung selbst werde ich sie aber nicht erwähnen oder erklären – es ist keine Vorlesung über Psychoanalyse, sondern Ihre höchstpersönliche Analyse.

was passiert in einer

Was passiert in einer Psychoanalyse – 
und was macht die Analytikerin?

Es gibt keine vorgegebenen Themen, keine Fragebögen und keinen festgelegten Ablauf.

Sie sprechen frei über alles, was Ihnen durch den Kopf geht – egal ob es Ihnen wichtig, nebensächlich, passend oder unpassend erscheint.


Wenn Sie ins Stocken geraten oder keine Worte finden, begleite ich Sie, indem ich Fragen stelle oder etwas sage.

In jeder Sitzung bestimmen Sie selbst, worüber wir sprechen: Symptome wie Panikattacken, Konflikte, Ängste oder Blockaden, Erlebnisse aus dem Alltag, Gedanken, die Sie innerlich schon tausendmal durchgespielt haben, scheinbar nebensächliche Dinge, peinliche Erinnerungen, Geschichten von früher oder Gefühle, die in Ihnen aufsteigen, wenn Sie sich auf den Weg zur Sitzung machen oder oder oder... 


Alles, was Ihnen in den Sinn kommt, darf ausgesprochen werden. Oder auch, dass Ihnen gar "nichts" in den Sinn kommt. 

Es gibt keine Vorgaben und keine „Ideal“-Sitzung, in der ich heimlich denke:
„Aha, eigentlich müsste jetzt dieses oder jenes erwähnt werden.“

Auf was schaue ich als Analytikerin?

🔎 Ihr freies Sprechen
Nicht nur auf den Inhalt, sondern auch darauf, wie Sie erzählen, schweigen, wiederholen, stocken, nach Worte suche oder abschweifen.

🔎 Ihre Widerstände
Widerstände sind keine Hindernisse, sondern Hinweise auf das, was sich nicht direkt zeigen kann.
Vielleicht kennen Sie das: Sie nehmen sich vor, über etwas Wichtiges zu sprechen – und plötzlich schweifen Sie ab, reden über Belangloses oder fühlen sich unerwartet müde.
Solche Momente sind keine Störungen, sondern Hinweise darauf, dass ein Thema berührt wird, das mit Angst, Schuld oder inneren Verboten verbunden ist – und Ihre Psyche schützt sich davor.

🔎 Ihre Träume
Träume können Hinweise auf unbewusste Konflikte und Wünsche enthalten.
Sie zeigen oft, was im Wachzustand nicht direkt gesagt werden kann – etwa durch vertraute Motive wie nackt in der Öffentlichkeit stehen oder den Bus zu verpassen.

🔎 Ihre Übertragungen

In der Analyse geht es nicht nur darum, was man fühlt – sondern darum, was man insgeheim vom Analytiker/ der Analytikerin erwartet.
Vielleicht hoffen Sie, verstanden, bestätigt oder "geheilt" zu werden – oft, ohne es bewusst zu merken.


Diese unausgesprochenen Wünsche zeigen, was tief im Innern fehlt oder gesucht wird. Es geht nicht darum, dass ich diese Wünsche erfülle – sondern darum, dass Sie erkennen, was Sie eigentlich suchen.

👉  Zum Beispiel könnten Sie das Gefühl haben, ich müsste Ihnen endlich die "richtige Antwort, das freimachende Wissen" geben. Oder Sie wünschen sich unbewusst, dass ich Sie auf eine bestimmte Art anerkenne, beruhige oder herausfordere.

 

👉 Warum ist freies Sprechen (freies Assoziieren) so wichtig?
Weil das, was uns am stärksten prägt, oft nicht bewusst ist.
Viele Konflikte, Symptome oder wiederkehrende Schwierigkeiten folgen einer inneren Logik, die sich nicht einfach mit Vernunft erklären lässt –
aber die sich im freien Sprechen zeigen kann.

Freies Assoziieren lockert die üblichen Denkfilter und öffnet Räume, in denen auch verdrängte oder unbewusste Inhalte an die Oberfläche kommen können – Inhalte, die im kontrollierten, alltäglichen Denken nicht greifbar sind. 

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